"Unsere Schweinehalter kennen das Auf und Ab an den Märkten. Doch die weiterhin zu niedrigen Erzeugerpreise treffen viele Veredlungsbetriebe hart. Dies gilt besonders für zahlreiche Ferkelerzeugerbetriebe, die der lang anhaltende Preistiefstand direkt ins Mark trifft." So schildert Präsident Joachim Rukwied die weiterhin unbefriedigende Preis- und Einkommenssituation in der Veredlungs- und Ferkelproduktion anlässlich der Mitgliederversammlung des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg (LBV) am 26. Juni 2008 in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen (Landkreis Esslingen). Im vergangenen Jahr 2007 lag der Ferkelpreis bei rund 35 Euro je Ferkel (25 kg, 100er-Gruppe, zzgl. MwSt.). Diesen ruinösen Preis hält kein Betrieb lange durch. Insbesondere bei den drastisch gestiegenen Futterkosten. Auch der derzeitige Preis von durchschnittlich 40 Euro je Ferkel liegt weit entfernt von einem kostendeckenden Erlös. Mit einem Schlachtschweinepreis von durchschnittlich 1,36 Euro je Kilogramm (kg) Schlachtgewicht (SG) konnte im Jahr 2007 in der Schweinemast nicht kostendeckend produziert werden. Kalkulieren die Mäster mit aktuellen Preisen und Kosten, können viele Betriebe derzeit zumindest eine schwarze Null schreiben. "Unsere Ferkelerzeuger brauchen in den nächsten Wochen dringend positive Signale", appelliert Rukwied. "Alle Beteiligten sind nun in der Pflicht, unsere Wertschöpfungskette im Land zu erhalten und massive Struktureinbrüche zu verhindern", so der Bauernpräsident weiter. Insbesondere zur Ernte entscheide der Schlachtschweinepreis, ob die Mäster ihr Getreide zur Fütterung verwenden oder alternativ verkaufen und der Stall leer bleiben werde. "Wer Schlachtkapazitäten ausweitet, darf die Rohstoffversorgung vor der Haustür nicht aus den Augen verlieren", ist Rukwied überzeugt. Der Bauernpräsident weist allerdings auch darauf hin, dass die besonders schwierige Situation in der Ferkelerzeugung durch strukturelle Nachteile in Baden-Württemberg noch verstärkt wird. "Wer die Anforderungen des Marktes nicht kennt und seine Produktion nicht darauf hin ausrichtet, wird auf kurz oder lang den Markt nicht mehr bedienen können", appelliert Rukwied. Nun gelte es, individuelle Stärken zu erkennen und angemessene Entscheidungen zu treffen. "Wer zukünftig auf dem hart umkämpften Ferkelmarkt bestehen bleiben möchte, kommt nicht umhin, seine Hausaufgaben im Sinne einer noch stärkeren Bündelung in größere leistungsgleiche Gruppen zu organisieren", blickt Rukwied nach vorne. Es komme zudem darauf an, die Chancen auf dem regionalen Markt noch stärker als bisher zu nutzen. Für diese dringend notwendige Neuausrichtung der Ferkelerzeugung sei die Beratung im Land in besonderem Maße gefordert. Baden-Württemberg sei einmal für seine Spitzenleistungen in der Ferkelerzeugung bekannt gewesen. Diese Spitzenposition gelte es nun, zurückzuerobern. "Was der Markt fordert, ist bekannt: Genetisch einheitliche Partien, frohwüchsige Ferkel in entsprechender Partiengröße und mit bestem Gesundheitsstatus", spricht Rukwied die zukünftigen Herausforderungen an. Aktuelle Fotos von Präsident Joachim Rukwied können Sie im Internet unter dem Menüpunkt "Presse" auf www.lbv-bw.de herunterladen.
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