Zu dem aktuellen Milchlieferstopp erklärt der Landesbauernverband in Baden-Württemberg e. V. (LBV) nach einer auÃerordentlichen Vorstandssitzung am 29. Mai 2008 in Stuttgart:
Der Landesbauernverband hat seit Langem darauf hingewiesen, dass die Milcherzeuger in Baden-Württemberg aufgrund des massiven vom Handel ausgeübten Preisdrucks in ihrer Existenz bedroht sind. Die Bereitschaft von Milcherzeugern, sich an einem Milchlieferboykott zu beteiligen, ist auf deren wirtschaftliche Notlage zurückzuführen.
Der Landesbauernverband bekundet seinen Milcherzeugern Respekt und Anerkennung. Er hat Verständnis für die Entscheidung eines jeden Berufskollegen in dieser Situation, die er als verantwortlicher Unternehmer trifft, und sichert volle Unterstützung zu.
Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg e. V. ist die berufsständische Vertretung aller Milcherzeuger im Verbandsgebiet.
Die Beteiligung an einem Milchlieferstopp muss die freie Entscheidung eines jeden Betriebsinhabers bleiben.
Als Unternehmerverband muss der Landesbauernverband die einzelbetriebliche Entscheidung eines jeden Betriebsleiters respektieren und anerkennen.
Der Landesbauernverband verurteilt es nachdrücklich, wenn gegen einzelne Betriebsleiter Druck ausgeübt wird bis hin zu Drohungen und Ankündigung von Eingriffen in die Eigentumssphäre.
Der Landesbauernverband fordert alle an der Lebensmittelkette Beteiligten auf, sich ihrer Verantwortung für eine baden-württembergische Milchwirtschaft zu stellen. Die Molkereiwirtschaft ist gefordert, der immensen Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels ein entsprechendes Gegengewicht gegenüberzustellen. Hierfür müssen alle gangbaren Wege geprüft und gegebenenfalls umgesetzt werden. Der Lebensmitteleinzelhandel seinerseits muss aufhören, den Kampf um Marktanteile auf dem Rücken der heimischen Milcherzeuger auszutragen.
Der Landesbauernverband fordert die Molkereien und den Lebensmitteleinzelhandel umgehend zu Neuverhandlungen auf, um den Preiseinbruch des Frühjahres wettzumachen und damit die Grundlage für die Sicherung des Milchstandortes Baden-Württemberg zu legen.
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