Wenn man heute über den Hof der Familie Diebold geht, spürt man sofort: Hier wurde in den vergangenen Monaten Großes bewegt. Wo früher klassische Boxen das Bild prägten, steht nun ein moderner Aktivstall, in dem Pferde selbstbestimmt fressen, laufen und ruhen können. Die weitläufigen Trails, die offenen Liegebereiche und die präzise gesteuerten Futterautomaten zeigen, wie viel Planung, Arbeit, Wissen und Herzblut in den Umbau geflossen sind. Doch im Mittelpunkt steht nicht nur die neue Anlage – es ist die gemeinsame Vision zweier Generationen, die diesen Schritt möglich gemacht hat.
Seit 1958 bewirtschaftet die Familie Diebold den Hof – einst mit Kühen, Schweinen und Geflügel, später mit Reitschule und Pensionspferdehaltung. Heute führen Erich und sein Sohn Timo mit ihren Familien den Betrieb gemeinsam in ein neues Kapitel. „Wir haben viel darüber gesprochen, wie die Zukunft des Betriebs aussehen soll“, erzählt Hofnachfolger Timo Diebold. „Für uns stand fest: Mit klassischer Boxenhaltung geht es nicht weiter“, ergänzt Vater Erich Diebold klar.
Warum sich die Familie bewusst für den Umbau entschieden hat
Die Personalfrage war einer der wichtigsten Treiber für den Umbau zum Aktivstall. „Wir wollten weder den Pferdebestand massiv erhöhen noch reduzieren“, erklärt Erich Diebold. „Aber die klassische Boxenhaltung lässt sich in Zukunft vermutlich nur mit deutlich mehr Personalaufwand gut und zeitgemäß führen – allein schon, um dem steigenden Anforderungen der Besitzer gerecht zu werden.“ Zugleich beobachtet die Familie seit Jahren, wie sich die Erwartungen an Pferdehaltung verändern – in der Gesellschaft wie auch unter Pferdebesitzerinnen und -besitzern. Immer stärker rückt das Thema Tierwohl in den Mittelpunkt. Für die Diebolds war das ein klarer Hinweis, den eigenen Betrieb frühzeitig weiterzudenken und eine Haltung zu schaffen, die diesen langfristigen Entwicklungen gerecht wird – bevor äußere Faktoren oder neue Trends sie dazu zwingen würden.
Also begann die Familie einen gut überlegten Entscheidungsprozess: unzählige Hofbesuche, Gespräche mit anderen Betreibern, eine ehrliche Marktanalyse. Timo erinnert sich: „Wir haben viele Aktiv- und Laufställe angeschaut und uns gefragt: Was passt zu uns, unseren Pferden und unseren Kunden?“ Mit der Zeit wurde die Antwort immer klarer: ein Aktivstall, ausgestattet mit moderner Technik, ausgelegt für maximalen Komfort der Pferde – und für eine Zukunft, die ohne stetig steigenden Personalbedarf auskommt.