Verbands- und Agrarpolitik

Nebenerwerbslandwirtschaft im Fokus der Landespolitik

LBV-Fachausschuss diskutiert mit Agrarsprechern zur Landtagswahl 2026

Rund zwei Drittel der Landwirtinnen und Landwirte in Baden-Württemberg bewirtschaften ihren Betrieb im Nebenerwerb. Diese Betriebe sind damit ein tragender Pfeiler der Landwirtschaft im Land, wirtschaftlich, wie auch gesellschaftlich und strukturell. Vor diesem Hintergrund veranstaltete der Fachausschuss Nebenerwerbslandwirtschaft des Landesbauernverbands in Baden-Württemberg (LBV) am 11. Februar 2026 eine Fachtagung unter dem Titel: „Welche Bedeutung hat die Nebenerwerbslandwirtschaft in der Landesagrarpolitik?“

Landwirtinnen und Landwirte aus verschiedensten Ecken des Verbandsgebiets folgten der Einladung auf den Betrieb der Familie Gehrung in Stuttgart-Plieningen. Vertreter aller im Landtag von Baden-Württemberg vertretenen Parteien nahmen an der Veranstaltung teil und stellten sich der Diskussion:

  • Klaus Burger MdL (CDU)
  • Martina Braun MdL (Bündnis 90/Die Grünen, in Vertretung für Martin Hahn MdL)
  • Georg Heitlinger MdL (FDP)
  • Dennis Klecker MdL (AfD)
  • Jan-Peter Röderer MdL (SPD)

Nach der Begrüßung des Fachausschussvorsitzenden Franz Schönberger und einleitenden Statements der Abgeordneten zur Rolle und Zukunft der Nebenerwerbslandwirtschaft diskutierten sie unter der Moderation von Guido Krisam, Chefredakteur von BWagrar, engagiert mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Nebenerwerbsbetriebe: Brücke zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft

In der kleinstrukturierten Landwirtschaft Baden-Württembergs tragen Nebenerwerbsbetriebe maßgeblich dazu bei, dass auch schwierige Standorte weiterhin bewirtschaftet werden und die Kulturlandschaft erhalten bleibt. Gleichzeitig sind sie wichtige Botschafter der Landwirtschaft in die Gesellschaft hinein, insbesondere durch vielfältige Formen der Diversifizierung. Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war daher die Frage, wie Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe gemeinsam die Herausforderungen an eine multifunktionale, wettbewerbsfähige und nachhaltige Landwirtschaft bewältigen können.

Die Diskussion machte deutlich, dass Nebenerwerbslandwirte vor besonderen Herausforderungen stehen. Im Mittelpunkt standen unter anderem folgende Themen:

  • Vereinbarkeit von landwirtschaftlicher Tätigkeit und außerlandwirtschaftlichem Hauptberuf – Welche politischen Rahmenbedingungen können entlasten?
  • Bürokratieabbau – Wo sind konkrete Vereinfachungen möglich?
  • Digitalisierung im ländlichen Raum – Wie kann verhindert werden, dass sich Betriebe abgehängt fühlen?
  • Rolle des Lebensmitteleinzelhandels und der Wertschöpfungskette – Wie bleibt mehr Wertschöpfung bei den landwirtschaftlichen Betrieben?
  • Förderpolitik – Mehr Pragmatismus und Flexibilität für Nebenerwerbsbetriebe
  • Aus- und Weiterbildung – Wie können Nebenerwerbslandwirte gezielt unterstützt werden?

Auch zahlreiche Fragen aus dem Publikum flossen in die Debatte ein und unterstrichen die Praxisnähe der Veranstaltung.

Erfolgreicher Austausch mit klarer Botschaft

Die Fachtagung zeigte: Die Nebenerwerbslandwirtschaft ist kein Randthema, sondern ein zentraler Bestandteil der Agrarstruktur in Baden-Württemberg. Sie leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Ernährungssicherung, zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Pflege der Kulturlandschaft.

Der LBV wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die besonderen Bedürfnisse der Nebenerwerbsbetriebe in der Landesagrarpolitik angemessen berücksichtigt werden.