Eine starke heimische Landwirtschaft ist für die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel, für regionale Wertschöpfung und für lebendige ländliche Räume unverzichtbar. Gleichzeitig befindet sich die Landwirtschaft in einem tiefgreifenden Wandel. Wie die Betriebe diesen Wandel gestalten und welche Rolle Wissen, Innovation und fachlicher Austausch dabei spielen, zeigt das 102. Landwirtschaftliche Hauptfest (LWH) vom 27. September bis 4. Oktober auf dem Cannstatter Wasen. Acht Tage lang wird es zum Treffpunkt für landwirtschaftliche Praxis, Wissenschaft, Beratung, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. „Unsere Landwirtschaft hat Zukunft. Unsere Bäuerinnen und Bauern stellen sich den Veränderungen, entwickeln ihre Betriebe weiter und suchen nach neuen Lösungen. Auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest wollen wir zeigen, wie viel Wissen, Innovationskraft und Gestaltungswillen in unserer Branche stecken. Aber auch, was es braucht, damit unsere Höfe diesen Weg weitergehen können“, betont Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg (LBV).
LWH rückt die Zukunft der Landwirtschaft in den Mittelpunkt
Landwirtschaftliches Hauptfest zeigt Leistung, Innovation und Perspektiven einer Branche im Wandel
Zukunft braucht wirtschaftlich starke Betriebe
Viele landwirtschaftliche Betriebe in Baden-Württemberg stehen derzeit unter erheblichem Druck. Hohe Kosten, steigende Anforderungen und vielfach nicht annähernd kostendeckende Erzeugerpreise schränken ihre unternehmerischen Spielräume ein. „Wir dürfen auf dem LWH keine heile Welt zeichnen. Die Situation auf vielen Höfen ist ernst und auch gut aufgestellte Betriebe geraten zunehmend unter existenziellen Druck. Aber unsere Antwort darauf kann nicht Stillstand sein. Unsere Bauernfamilien wollen ihre Höfe weiterentwickeln und an die nächste Generation übergeben. Dafür brauchen sie jetzt schnell Liquidität auf ihren Betrieben und mittelfristig bessere Rahmenbedingungen und Perspektiven. Politik, aber auch Handelspartner, sind hier gefordert,“ appelliert Rukwied.
Halle 1: Fachlichkeit, Praxis und neue Impulse
Perspektiven können dort entstehen, wo Wissen geteilt, neue Lösungen diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht werden. Genau dafür bietet das LWH eine Plattform. Ein zentraler Treffpunkt ist die Halle 1. Dort präsentieren sich der Landesbauernverband und das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat gemeinsam mit Partnern und Unternehmen aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Das tägliche Bühnenprogramm bringt aktuelle Themen, Verbrauchertrends, Fachwissen und landwirtschaftliche Praxis zusammen. „Entwicklung und Innovation sind für uns kein Selbstzweck. Entscheidend ist, was auf den Höfen funktioniert und einen echten Mehrwert schafft. Unsere Landwirtinnen und Landwirte können auf der Messe neue Lösungen kennenlernen, Erfahrungen austauschen und konkrete Impulse für ihre Betriebe mitnehmen. Mein Wunsch ist, dass sie mit Ideen und neuer Zuversicht nach Hause fahren“, macht Rukwied deutlich.
Bauerntag setzt politischen Schwerpunkt
Neue Ideen und Zuversicht brauchen jedoch entsprechende Rahmenbedingungen: Betriebe müssen die wirtschaftlichen Spielräume haben, um investieren und sich weiterentwickeln zu können. Welche Rahmenbedingungen es dafür braucht, steht beim traditionellen LBV-Bauerntag am 1. Oktober ab 10.30 Uhr im Mittelpunkt. Neben LBV-Präsident Joachim Rukwied werden Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Landwirtschaftsministerin Marion Gentges zu den Gästen sprechen. „Unsere Betriebe wollen Zukunft gestalten und Verantwortung übernehmen. Beim Bauerntag werden wir deutlich machen, was es dafür aus Sicht der Landwirtschaft braucht,“ kündigt Rukwied an.
Landwirtschaft acht Tage lang erleben
Vom 27. September bis 4. Oktober wird der Cannstatter Wasen auf rund 130.000 Quadratmetern zum größten Bauernhof Süddeutschlands. Neben dem Fachangebot gehören sechs Tierzelte mit rund 600 Tieren, das Maschinenvorführgelände, das Reitstadion, die Sonderschau zur modernen Kälberhaltung sowie erstmals das Albdorf zum LWH 2026. „Das Landwirtschaftliche Hauptfest zeigt Landwirtschaft nicht als Momentaufnahme, sondern als vielfältige Branche in Bewegung“, fasst Rukwied zusammen. „Wir zeigen, was unsere Landwirtschaft leistet, vor welchen Herausforderungen sie steht und mit welchen Ideen sie auch zukünftig heimische Lebensmittel für uns alle erzeugen möchte.“
Alle Informationen zum LWH finden Sie auf www.lwh-stuttgart.de.
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