Unternehmerinnen im VerbandGesundheit & Soziales

Landesbauernverband tritt Bündnis „Mutterschutz für Selbstständige“ bei

Im Internationalen Jahr der Landwirtin setzt sich der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) für bessere Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen ein.

2026 steht weltweit im Zeichen der Landwirtin. Das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Landwirtin rückt die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft ebenso in den Fokus wie die Herausforderungen, denen sie im Berufsalltag begegnen. Für den Landesbauernverband ist klar: Wer Frauen für die Übernahme und Führung landwirtschaftlicher Betriebe gewinnen will, muss ihnen auch verlässliche soziale Rahmenbedingungen bieten.

Mit dem Beitritt zum Bündnis „Mutterschutz für Selbstständige“ unterstreicht der LBV dieses Anliegen und setzt ein klares politisches Signal. Der Verband fordert einen gesetzlich verankerten Mutterschutz für Selbstständige, der die besonderen Anforderungen landwirtschaftlicher Unternehmerinnen berücksichtigt und die Vereinbarkeit von Familie und Betriebsführung stärkt. Der Beitritt ist das Ergebnis intensiver Beratungen der LBV-Fachausschüsse „Unternehmerinnen“ und „Soziales“. Beide Gremien haben sich in gemeinsamen Sitzungen intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, ein gemeinsames Forderungspapier erarbeitet und dem LBV-Vorstand den Beitritt zum Bündnis empfohlen. Der Vorstand ist dieser Empfehlung gefolgt und hat den Beitritt beschlossen. Das Forderungspapier finden Sie unten im Downloadbereich dieser Seite.

Mutterschutz als Zukunftsfrage für die Landwirtschaft

Unternehmerinnen tragen Verantwortung für ihre Betriebe, ihre Familien, ihre Mitarbeitenden und die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln. Gleichzeitig fehlen ihnen im Fall einer Schwangerschaft bis heute verlässliche gesetzliche Schutzregelungen. Für den LBV darf die Entscheidung für eine Familie nicht zur Gefahr für die wirtschaftliche Zukunft eines Betriebes werden. Deshalb setzt sich der Verband für einen Mutterschutz ein, der die Lebensrealität selbstständiger Frauen angemessen berücksichtigt. Das gemeinsame Positionspapier der beiden Fachausschüsse fordert unter anderem einen verbindlichen gesetzlichen Mutterschutz für Selbstständige, eine solidarische Finanzierung, eine verlässliche Betriebshilfe sowie bessere Rahmenbedingungen für Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Betrieb. 

Martina Magg-Riedesser, Vorsitzende des Fachausschusses Unternehmerinnen, betont: „Immer mehr Frauen übernehmen Verantwortung als Betriebsleiterinnen und Unternehmerinnen in der Landwirtschaft. Sie dürfen sich nicht zwischen der Zukunft ihres Betriebes und der Gründung einer Familie entscheiden müssen. Wer Frauen für die Landwirtschaft gewinnen will, muss ihnen auch die Sicherheit geben, dass Mutterschaft und Unternehmertum vereinbar sind.“ Juliane Vees, Vorsitzende des Fachausschusses Soziales, ergänzt: „Mutterschutz für Selbstständige ist weit mehr als eine sozialpolitische Frage. Er stärkt landwirtschaftliche Familienbetriebe, trägt zur Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums bei und ist ein wichtiges Signal für mehr Chancengleichheit. Deshalb haben unsere beiden Fachausschüsse dieses Thema gemeinsam vorangetrieben.“

Mit dem Beitritt zum Bündnis bringt sich der Landesbauernverband künftig aktiv in die politische Diskussion ein und setzt sich gemeinsam mit zahlreichen Organisationen für tragfähige gesetzliche Lösungen ein. Ziel ist es, Unternehmerinnen besser abzusichern und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Familienbetriebe zu stärken.

Hintergrundinformationen:

Das Bündnis „Mutterschutz für Selbstständige“ ist ein Zusammenschluss von Verbänden, Kammern, Vereinen sowie Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Gemeinsam setzen sie sich für einen gesetzlich verankerten Mutterschutz und eine bessere Vereinbarkeit von Elternschaft und Selbstständigkeit ein. Die Gemeinsame Erklärung versteht sich sowohl als politischer Impuls als auch als Selbstverpflichtung der Unterzeichnenden, sich im eigenen Wirkungsbereich für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen. Weitere Informationen zum Bündnis und seinen Zielen finden Sie unter: www.mutterschutz-fuer-selbststaendige.de

Frauen in der Landwirtschaft: Frauen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Landwirtschaft in Deutschland, sei es als Betriebsleiterinnen, Mitunternehmerinnen oder Familienarbeitskräfte. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2023 rund 35 Prozent der in der Landwirtschaft tätigen Personen Frauen. Gleichzeitig werden bundesweit lediglich 11 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe von einer Frau geführt. Die Zahlen verdeutlichen: Frauen übernehmen zunehmend Verantwortung in der Landwirtschaft, sind in Führungspositionen jedoch weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen – insbesondere bei der Vereinbarkeit von Familie und Betriebsführung – weiter an Bedeutung.

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Landwirtin erklärt. Ziel ist es, die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar zu machen und auf die Bedeutung gleichberechtigter Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Mehr dazu: https://www.fao.org/woman-farmer-2026/en 

Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg e. V. (LBV) vertritt rund 30.000 Landwirte aus Baden-Württemberg. 20 selbstständige Kreisbauernverbände nehmen auf regionaler Ebene die Interessen des bäuerlichen Berufsstandes wahr. Insgesamt ist jeder zehnte Arbeitnehmer in Baden-Württemberg direkt oder indirekt von der Landwirtschaft abhängig. 

Forderungspapier Mutterschutz für selbstständige Unternehmerinnen

Stand: Juli 2026

Forderungspapier der Fachausschüsse Unternehmerinnen und Soziales

Forderungspapier der Fachausschüsse Unternehmerinnen und Soziales