Der Schlachthof Gärtringen im Landkreis Böblingen soll nach einem langen Planungsprozess modernisiert und wieder in Betrieb genommen werden. Mit der finanziellen Unterstützung des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) ist die Finanzierung des Projekts nun abgesichert. Damit können die geplanten Um- und Neubauten umgesetzt werden, die eine Wiederinbetriebnahme bis Ende 2026 ermöglichen sollen.
Ziel der Maßnahme ist es, den Schlachthof künftig so auszustatten, dass er den aktuellen gesetzlichen Anforderungen sowie hohen Tierwohlstandards entspricht. Regionale Schlachthöfe spielen eine zentrale Rolle in der Wertschöpfungskette der Fleischerzeugung: Sie sichern kurze Transportwege, ermöglichen eine tiergerechte Schlachtung und sind ein wichtiges Bindeglied zwischen landwirtschaftlichen Erzeugerbetrieben, dem verarbeitenden Handwerk und dem Handel. Das Land Baden-Württemberg unterstützt den Umbau im Rahmen des Landesprogramms zur Förderung regionaler Schlachthöfe. Dabei können bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 3,93 Millionen Euro, übernommen werden. Die Förderzusage war bereits Ende 2023 erfolgt, konnte jedoch aufgrund mehrerer Verzögerungen bislang nicht umgesetzt werden. Nun stehen die Mittel letztmalig bis Ende 2026 zur Verfügung.
Auch der Landesbauernverband Baden-Württemberg begrüßt die Entscheidung ausdrücklich. Hans-Benno Wichert, Vizepräsident des Landesbauernverbands und Vorsitzender des LBV-Fachausschusses Vieh und Fleisch, betont die Bedeutung des Projekts für die regionale Landwirtschaft: „Wir begrüßen ausdrücklich, dass das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Finanzierung des Umbaus des Schlachthofs Gärtringen absichert. Jetzt gibt es endlich Planungssicherheit, damit die dringend notwendigen Um- und Neubauten bis Ende 2026 umgesetzt werden können. Der Berufsstand hat sich von Beginn an vehement dafür eingesetzt, dass der Schlachthof Gärtringen eine Zukunft hat. Umso mehr freuen wir uns, dass das Land dieses für die regionale Landwirtschaft so zentrale Projekt finanziell unterstützt. Für die Tierhalterinnen und Tierhalter in der Region – insbesondere für die Schweinehalter, die aktuell stark unter Druck stehen – ist das ein klares Zeichen der Wertschätzung für regionale Tierhaltung nach hohen Standards. Regionale Schlachtkapazitäten sind unverzichtbar. Sie sichern kurze Transportwege und damit ganz konkret Tierwohl. Mit dem Erhalt und der Modernisierung des Schlachthofs Gärtringen wird die regionale Wertschöpfung gestärkt und eine Perspektive für bäuerliche Betriebe geschaffen. Genau solche Lösungen brauchen wir, wenn wir Tierhaltung in Baden-Württemberg erhalten wollen.“
Der Landesbauernverband sieht in der Wiederinbetriebnahme des Schlachthofs Gärtringen ein wichtiges Signal für die Tierhalterinnen und Tierhalter in der Region. Verlässliche, regionale Schlachtkapazitäten sind eine zentrale Voraussetzung dafür, dass bäuerliche Betriebe auch künftig wirtschaftlich arbeiten und Tierwohlstandards praxisnah umgesetzt werden können.
Weiterführende Informationen des MLR finden Sie hier.

