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LBV fordert Versachlichung der Diskussion
Bauernverband: Tiergesundheit bei gleichzeitiger Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes sicherstellen
Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) fordert eine Versachlichung der Debatte um den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Es komme darauf an, die Tiergesundheit bei gleichzeitiger Reduzierung der Verabreichung von Tierarzneien zu sichern, erklärt die berufsständische Vertretung von über 40.000 Landwirten.
Zur Gesundung erkrankter Nutztiere lasse sich der Einsatz von Antibiotika nicht immer vermeiden. Auch bei bestmöglichen Haltungsbedingungen in der konventionellen und ökologischen Tierhaltung könnten Infektionskrankheiten auftreten, die einen Antibiotika-Einsatz notwendig machten, erläutert der LBV. Ein völliger Verzicht auf Antibiotika sei derzeit weder sinnvoll noch möglich. Aus fachlicher Sicht sei ein Antibiotika-Einsatz nach dem Prinzip „So viel wie nötig und so wenig wie möglich“ geboten.
Antibiotika in der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind verschreibungspflichtig. Sie dürfen nur nach schriftlicher Anweisung des Tierarztes für einen beschränkten Zeitraum eingesetzt werden. Der Einsatz aller Arzneimittel muss umfangreich dokumentiert werden. Da der Landwirt unter anderem Angaben zur Dosierung, zum Zeitpunkt des Einsatzes, zur Wartezeit und den behandelten Tieren festhalten muss, haben die Kontrollbehörden jederzeit die Möglichkeit, den Einsatz von Tierarzneimitteln zu prüfen.
Die Wartezeiten beim Tierarzneimitteleinsatz gewährleisten, dass im Fleisch keine Arzneimittelrückstände vorkommen. Trotz der hohen Leistungsfähigkeit der Nachweismethoden zeigen die Ergebnisse des jährlichen Rückstandkontrollplans mit weniger als ein Prozent positiver Nachweise, dass Arzneimittelrückstände die Lebensmittelsicherheit in Deutschland nicht beeinträchtigen.
Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung kann die Resistenzentwicklung von Bakterien begünstigen. Deshalb sind sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin Anwender und Patienten auf einen verantwortungsvollen Einsatz der Antibiotika angewiesen. Aus diesen Gründen muss der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung unter stetiger Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf das unbedingt notwendige Maß reduziert werden. Um dies realisieren zu können, müssen unterschiedliche Strategien auf Grundlage solider Daten geprüft werden. So liegen beispielsweise keine belastbaren Daten vor, in welchem Umfang der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zur Resistenzentwicklung bakterieller Keime beiträgt.
In den vorliegenden Studien aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen liegen keine Informationen zum Haltungssystem vor, so dass eine Bewertung der Tierhaltung derzeit nicht möglich ist. Um das Tiergesundheitsmanagement inklusive des Antibiotika-Einsatzes bewerten zu können, müssen die zahlreichen Zusammenhänge zwischen Herdenmanagement, Haltungssystem, Bestandsgröße und weiteren Merkmalen beurteilt werden.
Der Landesbauernverband befürwortet ein Monitoring für Antibiotika, insbesondere innerhalb des Qualitätsmanagementsystems QS. Zudem müssten die Gründe für den Antibiotika-Einsatz auf wissenschaftlicher Basis ermittelt werden. Die Zielsetzung der Politik und Wirtschaft müsse eine effektive Verringerung der Antibiotika-Anwendungen bei gleichzeitiger Sicherung der Tiergesundheit sein.
Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg e. V. (LBV) vertritt über 40.000 Landwirte aus Baden-Württemberg. 24 selbstständige Kreisbauernverbände nehmen auf regionaler Ebene die Interessen des bäuerlichen Berufsstandes wahr. Insgesamt ist jeder zehnte Arbeitnehmer in Baden-Württemberg direkt oder indirekt von der Landwirtschaft abhängig.
Aktuelle Fotos finden Sie im Internet unter dem Menüpunkt „Presse“ auf www.lbv-bw.de.
16.01.2012
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