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Bauernverband und NABU starten Pilotprojekt zum Vogelschutz

Baden-württembergische Landwirte legen Brutmöglichkeiten zum Schutz der Feldlerche an – Gemeinsames Pilotprojekt von Landesbauernverband (LBV) und Naturschutzbund NABU Baden-Württemberg startet in Tübingen – Bislang sieben Landwirte mit mehr als 25 Hektar Fläche beteiligt

Sie ist fast 20 Zentimeter groß, braun gefiedert und steigt singend bis zu 80 Meter steil in die Lüfte – die Feldlerche. Der auf der Roten Liste stehende Vogel brütet am Boden, am liebsten auf Äckern und Feldern. Um für die Feldlerche in Baden-Württemberg bessere Brut- und Lebensbedingungen zu schaffen, starten Landesbauernverband (LBV) und NABU am heutigen Donnerstag (25.6.2009) das Gemeinschaftsprojekt „Lerchenfenster für Baden-Württemberg“. Im Frühjahr haben bereits sieben Landwirte auf freiwilliger Basis sogenannte Lerchenfenster auf ihren Feldern angelegt.

„Mit dem gemeinsamen Projekt des bäuerlichen Berufstands und des NABU legen wir den Grundstein für ein Vogelschutzprojekt, das mit einfachen Mitteln der Feld-lerche einen Lebensraum auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen ermöglicht“, sagte LBV-Präsident Joachim Rukwied beim offiziellen Start des Pilotprojekts am 25. Juni 2009 in Tübingen. Die Feldlerche sei ein Vogel, der ebenso in die heimi-sche Kulturlandschaft gehöre wie die Landwirtschaft selbst.

“Lerchenfenster sind einfach anzulegen, kostengünstig und für die Vögel eine ech-te Hilfe“, erklärte der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann. „Die Bestän-de der Feldlerche sind seit 1980 um 50 Prozent eingebrochen, die Situation ist dramatisch. Der einstige ‚Allerweltsvogel’ droht aus unserer Kulturlandschaft zu verschwinden.“ Umso dankbarer zeigte sich Baumann, dass der LBV und die Landwirte mit dem NABU an einem Strang ziehen und das Projekt gemeinsam stemmen.

Bisher beteiligen sich sieben Landwirte aus den Kreisen Tübingen und Reutlingen an dem Vogelschutzprojekt. Auf mehr als 25 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche haben die Bauern mehrere Lerchenfenster angelegt. „Damit sind wir ausgezeich-net in das Projekt gestartet“, sagten Rukwied und Baumann. „Wir hoffen, dass sich viele Bauern bei der Aussaat des Wintergetreides im Herbst beteiligen und weitere Lerchenfenster anlegen.“ Die Fenster werden in Feldern von mindestens fünf Hektar Größe angelegt – vor allem in Getreidefeldern. Dabei heben die Landwirte bei der Saat die Sämaschine für einige Meter an, so dass eine nicht gesäte Freifläche von ungefähr 20 Quadratmeter entsteht, auf der Feldlerchen brüten können und Nahrung finden. Nach der Saat können die Landwirte die Ler-chenfenster zusammen mit dem restlichen Acker ganz normal bewirtschaften.

Das Gemeinschaftsprojekt soll mit einem Monitoring durch Ehrenamtliche der ört-lichen NABU-Gruppen begleitet werden, die die Feldlerchenpopulation beobachten. Schon jetzt bewirbt der Fachbereich Landwirtschaft im Landratsamt Sigma-ringen die Lerchenfenster beim bäuerlichen Berufstand.

Am 15. Juni hat bereits auf Bundesebene das Lerchenfenster-Projekt „1.000 Ä-cker für die Feldlerche“ des Deutschen Bauernverbands (DBV) und des NABU begonnen.


Rückfragen an
- Dr. Andre Baumann (NABU), Mobil: 01520 / 984 70 11
- Ariane Amstutz, LBV-Pressestelle, Tel. 0711-2140-263


Aktuelle Fotos von Präsident Joachim Rukwied können Sie im Internet unter dem Menüpunkt „Presse“ auf www.lbv-bw.de herunterladen.

Weitere Informationen zur Feldlerche und dem Schutz der Feldvögel unter

www.NABU.de

 

 

Downloads:

Download Pressemitteilung (PDF)
Download Hintergrund Lerchenfenster (PDF)

25.06.2009

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