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Bauernverband: Schwankende Märkte erfordern neue Marktinstrumente +++ 29.11.2007 +++

Rukwied: Erzeuger und Vermarkter müssen die Herausforderungen offener Märkte jetzt zügig angehen – Märkte für Agrarrohstoffe ändern sich weltweit mit großer Dynamik – Heimische Land- und Ernährungswirtschaft mit neuen Instrumenten absichern

„Es ist absolut unerlässlich, dass unsere Marktpartner aufgrund der veränderten Marktlage konkrete Vorschläge für zukunftsgerechte Vermarktungsmodelle unterbreiten“. Die verstärkten Preisschwankungen an den internationalen Rohstoff-märkten machen es erforderlich, dass Erzeuger und Vermarkter gemeinsam mit den Verarbeitern zukunftsgerichtete Vermarktungsinstrumente entwickeln, um auch in der Zukunft die Rohstoffbasis für die Agrar- und Ernährungswirtschaft in Baden-Württemberg zu sichern. Wir stehen für Gespräche jederzeit bereit.“ Das erklärt Präsident Joachim Rukwied vom Landesbauernverband (LBV) anlässlich der Fachtagung „Pflanzliche Märkte in Bewegung – Trends und Konsequenzen“ des LBV-Fachausschusses „Pflanzliche Erzeugnisse und Nachwachsende Rohstoffe“ am 29. November 2007 in Walldürn-Altheim (Neckar-Odenwald-Kreis). Die Weltmärkte für Getreide und Ölsaaten haben sich fundamental geändert. In den vergangenen acht Wirtschaftsjahren (einschließlich 2007/08) lag in sieben Jahren der weltweite Weizenverbrauch über der Erzeugung. Mittlerweile haben die Weltgetreidebestände einen historischen Tiefstand erreicht. Mit der Ernte 2006 sind die Getreidenotierungen nach einem mehrjährigen Preistief stark gestiegen. Auch für Ölsaaten wird weiterhin mit einem steigenden Bedarf gerechnet. „Die Ernährungssicherstellung ist weiterhin unsere wichtigste Aufgabe“, betont Rukwied, „daran wird sich auch zukünftig nichts ändern“. Voraussetzung hierfür allerdings sei, daran lässt der Bauernpräsident keinen Zweifel, dass „wir für die Erzeugung hochwertiger Agrarprodukte angemessene Preis erzielen können“. Anderenfalls sieht Rukwied die Existenz vieler Höfe und damit die Versorgung mit heimischen Erzeugnissen gefährdet. Eine weitere wichtige Aufgabe der landwirtschaftlichen Betriebe besteht im Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Gewinnung von Bioenergien, wie Biogas zur Stromgewinnung oder Rapsöl für die Biodieselherstellung. „Die Potenziale für beide Verwertungsarten sind im Land vorhanden“, so Rukwied. Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse dürften sich in den nächsten Jahren, dies erwarten Marktexperten, weiterhin auf höherem Niveau bewegen. Die Preisschwankungen allerdings würden an den Märkten weiter deutlich zunehmen. „Darauf müssen sich unsere landwirtschaftlichen Betriebe einstellen“, so der Bauernpräsident. „Für sie wird es immer wichtiger, die vorhandenen Instrumente zur Preissicherung wie die Durchführung von Warentermingeschäften anzuwenden.“ Gemeinsam mit den Marktpartnern gelte es, sich der veränderten Marktlage zu stellen. Rukwied fordert die Erfassungs- und Verarbeitungsunternehmen auf, zukünftig frühzeitig auf die Landwirte zuzugehen und tragfähige Kontrakte mit angemessenen Preisen und entsprechenden Vermarktungskonditionen anzubieten. „Die Versorgung mit heimischen Agrarrohstoffen pflanzlichen Ursprungs aus Baden-Württemberg muss gesichert werden“, betont der Bauernpräsident. Aktuelle Fotos von Präsident Joachim Rukwied können Sie im Internet unter dem Menüpunkt „Presse“ auf www.lbv-bw.de herunterladen.

06.02.2008

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