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Landesbauernverband: Wald soll wieder zur Sparkasse werden +++ 13.12.2006 +++

Bauernpräsident Rukwied: Weihnachtsbäume aus heimischen Wäldern erfreuen die Familien, fördern die notwendige Nutzung und tragen zur nachhaltigen Sicherung unserer Wälder bei – Waldbauern machen Zustand und intensive Freizeitnutzung des Waldes, bürokratische Auflagen und schlechte Ertragssituation zu schaffen

„Die Waldbauern in Baden-Württemberg freuen sich über jeden Weihnachtsbaum aus heimischen Wäldern, der die Herzen der Kinder und Erwachsenen höher schlagen lässt.“ Das erklärt Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg.

Die Waldbauern im Land seien auf eine stärkere Holznutzung angewiesen, um den seit dem katastrophalen Trockenjahr 2003 in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge weiter verschlechterten Waldzustand durch intensivere Pflege und höheren Einschlag stabilisieren zu helfen. Wie im Naturschutz insgesamt gelte auch bei der Waldgesundheit der Grundsatz „Schützen durch Nützen“, um den durch die schweren Sturm- und Trockenschäden der vergangenen Jahre angeschlagenen Wald verjüngen und damit die Waldbestände langfristig sichern zu helfen, erläutert Rukwied. „Dazu ist eine regelmäßig und nachhaltige Holznutzung unerlässlich“, betont er.

Insofern trage der Weihnachtsbaum aus heimischen Wäldern zur Förderung eines besseren Waldzustands bei. „Selbstverständlich ist es wichtig, dass die Holznutzung aus unseren baden-württembergischen Wäldern insgesamt wieder stärker zunimmt“, wirbt der Bauernpräsident für den Holzeinsatz „aus der Region für die Region“. Er verweist auf die Vielseitigkeit des Baustoffes Holz, nicht nur bei land- und forstwirtschaftlichen Bauten.

„Wir brauchen die stärkere Holznutzung aus heimischen Wäldern nicht nur aus waldbaulichen und Umweltüberlegungen, sondern auch, um die Pflege- und sonstigen Kosten im Waldbau zu decken“, spricht Rukwied die schwierige Lage bei den Unternehmensergebnissen der Betriebe mit Waldbau an.

Die jetzt unter anderem auch im Zuge der hohen Energiekosten gestiegenen Holzpreise seien „dringend notwendig“, erklärt der Bauernpräsident. „Wir müssen noch viel stärker an das Holzpreisniveau in den achtziger Jahren herankommen, um die Bewirtschaftung und Nutzung unserer Wälder langfristig zu sichern“, fordert Rukwied im Hinblick auf die nach wie vor unbefriedigende Einkommenssituation der Waldbauern. Ziel müsse es sein, dass „der Bauernwald wie noch vor etwa 15 oder 20 Jahren wieder zur Sparkasse der Waldbauern wird“. Dies sei heute bedauerlicherweise längst nicht mehr der Fall.

Der Bauernpräsident verweist auf die wichtige Erholungsfunktion der Wälder im dicht besiedelten Baden-Württemberg. Er wünscht sich, dass „der Wert unserer Wälder für die erholungssuchenden Mitbürger nicht erst dann erkannt und geschätzt wird, wenn es zu spät ist“.

Dass die Belastbarkeit des Waldes nicht nur durch Borkenkäfer, Dürre, Wind und Wetter an seine Grenze kommt, sondern manchmal auch durch den Menschen, will er nicht verhehlen. Allerdings legt Rukwied Wert auf die Feststellung, dass sich die überwiegende Mehrheit der Jogger, Reiter, Radfahrer, Mountainbiker, Freizeit-Griller, Spaziergänger und sonstigen Erholungssuchenden vernünftig und untereinander sowie gegenüber den Bewirtschaftern freundlich und verständnisvoll verhält. „Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, dass dies so bleibt“, resümiert der Bauernpräsident.

Allerdings warnt Rukwied vor steigenden Auflagen an die Waldbauern, die bereits wie alle land- und forstwirtschaftlichen Betriebe „viel zu viel bürokratischen Aufwand“ hätten. Das im Mittelpunkt des Bundeswaldgesetzes stehende Ziel einer ordnungsgemäßen, nachhaltigen und naturnahen Waldbewirtschaftung dürfe nicht durch weitere „Überbürokratisierung“ konterkariert werden.

„Der Gesellschaft müssen die Waldfunktionen im Erholungs- und Freizeitbereich sowie als grüne Lunge in unserem dicht besiedelten Land und die damit verbundenen Leistungen der Waldbauern zukünftig mehr Wert sein“, fordert Rukwied.


13.12.2006

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