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Den schwarzen Schafen das Handwerk legen +++ 02.12.2005 +++
Landesbauernverband verurteilt das Geschäft mit vergammeltem Fleisch – Präsident Hockenberger: Diejenigen, die auf dem Rücken der Verbraucher und auf Kosten der Landwirte Profite mit verdorbener Ware machen, sind zur Rechenschaft zu ziehen
„Wir verurteilen jede Geschäftemacherei mit verdorbenem Fleisch und überlagerten Fleischprodukten. Wir begrüßen, dass die Behörden gegebenenfalls Verarbeitungs-, Handels- und sonstige Betriebe des Fleischgewerbes schließen und die nicht mehr genießbare Ware vernichten. Denn es geht um nichts weniger als die Gesundheit der Verbraucher und die Abwendung wirtschaftlicher Schäden auch für die Landwirte.“ Dies erklärt Gerd Hockenberger, Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg (LBV), zu den täglich größere Kreise ziehenden kriminellen Machenschaften in der Verarbeitungs- und Handelsstufe von Fleisch und Fleischerzeugnissen.
„Diejenigen Geschäftemacher, die ihren Profit auf Kosten der Verbrauchergesundheit und zum Schaden der sich täglich um die Tiergesundheit und einwandfreie tierische Produkte bemühenden Landwirte erzielen, sind für ihr unverantwortliches und kriminelles Tun zur Verantwortung zu ziehen“, fordert Hockenberger. Der Bauernverbandspräsident weist darauf hin, dass es sich bei den bisher bekannten Fällen um Betrügereien in der Fleischverarbeitung und in der Vermarktung von Fleisch handelt. Solche Machenschaften würden nicht nur den Ruf der Fleischbranche, sondern auch der Tier haltenden Betriebe in Misskredit bringen sowie besonderen Schaden bei den korrekt, transparent und einwandfrei arbeitenden Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben hervorrufen. Dies sei schnellstmöglich zu unterbinden.
„Auch wenn Unregelmäßigkeiten auf Erzeugerebene entdeckt werden sollten, verurteilen wir dies ebenso wie in der Verarbeitungs- und Handelsstufe. Es gilt, schwarze Schafe auf allen Stufen der Kette dingfest zu machen und verloren gegangenes Vertrauen bei den Verbrauchern wieder herzustellen“, unterstreicht der Bauernverbandspräsident. „Ich habe den Eindruck, dass die staatlichen Kontrollen, vor allem auf Handelsseite, insbesondere auch wenn ich dies mit der Kontrolldichte auf Erzeugerebene vergleiche, nicht ausreichen und angesichts der gesundheitlichen Sensibilität verstärkt werden sollten,“ betont Hockenberger.
Hockenberger weist auf die Bedeutung von Qualitätssicherungssystemen in der Fleischproduktion und auch in anderen landwirtschaftlichen Betriebszweigen hin. Qualitätssicherungssysteme brächten durch „zusätzliche Kontrollen zusätzliche Produktsicherheit“ mit sich, weil sie über die staatliche vorgeschriebene Kontrolldichte hinausgehen. Die angeschlossenen Betriebe müssten sich in ihrer Gesamtheit einem zusätzlichen Kontrollverfahren unterziehen. „Wir fordern unsere Partner in der Vermarktung und in der Verarbeitung auf, gemeinsam mit uns eine noch weitere Verbreitung von Qualitätssicherungssystemen wie beispielsweise QS und das Qualitätszeichen Baden-Württemberg (QZBW) zu verwirklichen“, erklärt Hockenberger.
Der Bauernverbandspräsident macht jedoch darauf aufmerksam, dass auch QS-Systeme im Lebensmitteleinzelhandel kriminelle Machenschaften wie Umetikettierung verdorbener Ware offensichtlich nicht völlig ausschließen könne. Dennoch müsse es Ziel sein, diese Systeme auszubauen, um den Verbraucher und auch den Erzeugern größtmögliche Sicherheit in der Fleischproduktion zu gewährleisten. „Für unsere Verarbeitungs- und Vermarktungspartner gilt es, QS-Ware und QZBW-Erzeugnisse mit einem Qualitätszuschlag zu honorieren, damit der immense Aufwand auf Erzeugerebene zumindest gedeckt werden kann“, appelliert Hockenberger an die Handelspartner der Landwirte und die Verbraucher gleichermaßen.
02.12.2005
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